Dekontaminierung

Pflege von Archiv- und Bibliotheksbeständen

Oberflächliche Verschmutzungen in unterschiedlichen Ausprägungen sind archiv- und bibliothekstypische Begleiteffekte. Da Staubablagerungen auf Oberflächen einen idealen Nährboden für Schimmelpilzsporen darstellen, können bei Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchte entsprechende mikrobielle Kontaminationen aktiviert werden. Aus diesem Grund sollten regelmäßig Verschmutzungsgrade von Sammlungen ermittelt und gezielte Bestandsreinigungen durchgeführt werden. Im Fall von Funden mikrobiell belasteter Bestandsgruppen sollte kontaminiertes Schriftgut von nicht betroffenem Schriftgut separiert werden. Darüber hinaus sollte der Kontakt von ArchivmitarbeiterInnen und BenutzerInnen mit mikrobiell belasteten Beständen vermieden werden, da dies zu gesundheitlichen oder allergischen Reaktionen führen kann.

Die Reinigung
erfolgt dabei trocken mit objektschonenden Materialien wie Latexschwämmen aus 100% Natur-Latex, weichen Bürsten und Pinseln und HEPA-Saugern mit Ziegenhaaraufsätzen unter reinen Werkbänken. Dabei werden von uns selbstverständlich – während des gesamten Reinigungsprozesses – die Vorgaben der TRBA 240 „Schutzmaßnahmen bei der Tätigkeit mit mikrobiell kontaminierten Archivgut“ eingehalten.

In Sonderfällen, wie z.B. bei sehr stark schimmelgeschädigten Objekten bieten wir vor der Trockenreinigung eine Gamma-Bestrahlung im niedrig dosierten Bereich an. Dabei werden die Schimmelsporen sterilisiert und ein weiteres Schimmelwachstum wird somit bei optimalen Lagerbedingungen verhindert.

Für sehr eine gute und schnelle Qualitätseinschätzung 
im Hinblick auf  oder im Zuge von Reinigungsverfahren an verschmutzen bzw. schimmelgeschädigten Objekten, bieten wir eine schnelle und flächendefinierte Kontrollmethode mittels der ATP-/AMP-Messung mit dem Luminometer an.
Diese Messung basiert auf Biolumineszenz, welche beim enzymatischen Abbau von Adenosintriphosphat (ATP) und Adenosinmonophosphat (AMT) entsteht.
ATP und AMP sind Moleküle, welche in allen Lebewesen vorkommen, eine Reaktion dieser Moleküle wird Biolumineszenz bezeichnet und emittiert ein für das Auge nicht sichtbares Licht welches im Luminometer gemessen wird. Man erhält einen numerischen Wert in RLU (=Relative Light Units).
Je stärker der Verschmutzungsgrad, desto höher der RLU-Wert.

IPM (Integrated Pest Management, Integrierte Schädlingskontrolle):
Integrierte Schädlingskontrolle (IPM) ist eine gesamtheitliche Strategie zum Schutz der Kulturgüter vor Schädlingen, wie Insekten, Nagetiere und Mikroorganismen.
Wir setzen in unserem Unternehmen ein effektives IPM ein, damit Ihre Objekte vor Schädlingen geschützt sind:

Vorbeugende Maßnahmen:
– Wir sichern ein stabiles Raumklima zu
– Prüfen eingehendes Kundenmaterial (Objekte, Kisten, Verpackungen) auf Schädlingsbefall

Schädlingsbefall erkennen:
– durch regelmäßiges Monitoring (monatlich): Sichtprüfung bzw. Aufstellen von Fallen,
– Ergebnisse des Monitorings dokumentieren

Handeln bei Bestätigung eines Schädlingsbefalls:
– Isolierung der Objekte um eine weitere Ausbreitung des Schädlingsbefalls zu verhindern
– ausführliche Dokumentation über die Art des Befalls
– Erarbeitung eines Maßnahmenplanes zur weiteren Vorgehensweise
– Umsetzung des Maßnahmenplanes

Lassen Sie sich von uns beraten!